Was Zahlen über Teamentwicklung erzählen – und warum Zusammenarbeit mehr braucht als Kennzahlen

Teamentwicklung mit Plan in Zahlen

Fünf Jahre Teamentwicklung, über 45 Mandate, mehr als 900 Teilnehmende. Das sind meine Referenzen. Und doch erzählen Zahlen nur einen kleinen Teil dessen, was Teamentwicklung tatsächlich ausmacht.

In meiner Arbeit begegnen mir Teams aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden. Unterschiedliche Kontexte, unterschiedliche Aufträge, unterschiedliche Rahmenbedingungen. Und trotzdem ähneln sich viele Situationen erstaunlich. Menschen sitzen in Besprechungen, sprechen über Ziele, Projekte und Zuständigkeiten – und merken gleichzeitig, dass etwas nicht zusammenpasst. Entscheidungen werden vertagt, Verantwortlichkeiten verschwimmen, Missverständnisse häufen sich. Oft ist das kein akutes Problem, sondern ein schleichender Zustand.

Die Zahlen meiner Referenzen sagen nichts darüber, wie oft ich Sätze höre wie: „Eigentlich sind wir fachlich gut aufgestellt“ oder „So richtig schlimm ist es ja nicht“. Vielleicht sollte ich das mal zählen! Sie sagen auch nichts darüber, wie viel Unsicherheit sich hinter routinierten Abläufen verbergen kann. Teamentwicklung beginnt für mich genau an dieser Stelle: dort, wo Teams anfangen wahrzunehmen, dass funktionierende Abläufe nicht automatisch gute Zusammenarbeit bedeuten.

In über 45 Mandaten habe ich leider sehr oft erlebt, dass der Wunsch nach einer Methode oft größer ist als die Bereitschaft, sich mit den eigenen Mustern auseinanderzusetzen. Workshops werden gebucht, Formate geplant, Agenden geschrieben. Und trotzdem bleibt nach dem Termin das Gefühl, dass zwar viel gesagt, aber wenig bewegt wurde. Nicht, weil die Inhalte falsch waren, sondern weil zentrale Fragen offen geblieben sind: Wer erwartet hier eigentlich was von wem? Welche Konflikte werden vermieden? Und worüber sprechen wir nicht?

Teamentwicklung mit Plan heißt für mich nicht, diese Fragen schnell zu beantworten. Es heißt, sie gemeinsam auszuhalten. Gerade in Organisationen mit gewachsenen Strukturen ist das anspruchsvoll. Hier haben Prozesse eine Geschichte, Rollen sind über Jahre entstanden, informelle Regeln wirken stärker als jedes Leitbild. Zahlen helfen in solchen Kontexten wenig. Was hilft, ist ein gemeinsamer Blick auf das, was tatsächlich passiert.

Entwicklung entsteht selten durch große Interventionen. Sie entsteht in kleinen Verschiebungen. Wenn jemand beginnt, eine Beobachtung auszusprechen. Wenn ein Team innehält, statt direkt zur nächsten Lösung zu springen. Wenn Führungskräfte sich erlauben, nicht sofort eine Antwort zu haben.

Zahlen können Vertrauen schaffen. Aber Vertrauen entsteht erst dann, wenn Menschen merken, dass Teamentwicklung kein Bewertungssystem ist, sondern ein gemeinsamer Lernprozess. Das ist schwer messbar. Und vielleicht gerade deshalb so wirksam.

Warum gute Teamcoaching-Räume wichtiger sind, als Sie denken – und warum ich manchmal Möbelrückerin bin

🪑 Mein Job-im-Job: Möbelrückerin🪑

Es passiert mir erstaunlich oft:
Ich komme morgens zu einem Training oder Teamcoaching und stehe in einem Raum, der aussieht, als hätte dort gerade eine Vorstandssitzung von 1987 stattgefunden.

Ein langer, grauer Tisch. Acht Stühle in Reih und Glied.
Kein Platz für Bewegung, kein Platz für Begegnung.

Räume sprechen.
Sie flüstern: „Setz dich lieber hinten hin.“
Oder sie rufen: „Hier ist kein Platz für Veränderung. Bleib sitzen!“

Also starte ich viele Workshops mit einer kleinen körperlichen Übung für alle, die pünktlich sind:
„Könnt ihr mir kurz helfen, die Tische und Stühle umzustellen?“

Das ist gleichzeitig mein Lieblings-Icebreaker.
Wir kommen ins Gespräch und ich bekomme ein erstes Gefühl für die Stimmung im Team.

Der Stuhlkreis ist ein Klischee. Ich weiß.
Aber er wirkt.
Wenn alle sitzen wie immer, kann sich auch nichts verändern.
Und hinter Tischen kann man sich wunderbar verstecken. Oder den Laptop aufklappen…

Perspektivwechsel statt Schubladendenken: Eine Übung, die Konflikte verändert

Egal ob im Verhandlungs- oder Argumentationstraining – wer schon einmal bei mir im Training war, weiß:
Der Perspektivwechsel ist mein persönliches Lieblingswerkzeug, um in schwierigen Situationen weiterzukommen.

Ich bin überzeugt: Wenn ich die Herangehensweise meines Gegenübers verstehe, entstehen neue Möglichkeiten. Neue Lösungen. Andere Diskussionen.

Intellektuell wissen wir das alle, aber praktizieren wir das auch im echten Konfliktfall?

Um genau das zu üben, führe ich fast in jedem Training folgende Übung durch:

👥 Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen (max. 5 Personen).
Sie erhalten eine Verhaltensweise, z. B.: „Herr Müller kommt häufig zu spät zum Teammeeting.“
Ihre Aufgabe: Finden Sie 10 gute Gründe für dieses Verhalten.

Die „Standardantworten“
👉 Herr Müller bringt morgens die Kinder in den Kindergarten. Das läuft nicht immer so wie zeitlich geplant.
👉 Er pflegt einen Angehörigen und wartet auf das Pflegepersonal.

Diese Übung lohnt sich aber auch für diese realen Perlen, auf die ich nie selbst gekommen wäre:
👉 Herr Müller fühlt sich im Team nicht wohl und kommt lieber später, um Small Talk zu vermeiden.“
👉 Herr Müller sitzt im Rollstuhl und ist auf einen unzuverlässigen Aufzug angewiesen.

Mein Test für einen „guten Grund“ lautet:
Was ändert sich, wenn Sie das hören? Können Sie damit anders umgehen?

Mir haben auch schon Teilnehmende glaubhaft versichert, dass sie mit „Herr Müller ist einfach so, er ist faul und hat es einfach nicht gelernt“ entspannt leben können.
Das sind in der Regel Personen, für die dieser Fall hypothetisch ist und die keinen eigenen Herrn Müller vor Augen haben, wenn sie mit diesem Beispiel arbeiten.

📌 Meine Beobachtung:
Je realer die Situation, desto schwieriger fällt es, wirkliche Gründe zu finden.
Hier hilft die Kleingruppe.

Sie sind dran:

Hypothesen bilden Training

Kollegiale Beratung – oder: Warum gute Fragen besser sind als gute Ratschläge

Ich begleite (angehende) Führungskräfte regelmäßig in einem Format, dass sich kollegiale Beratung nennt.
Das Ziel der Veranstaltung ist, dass sich die Führungskräfte zum einen zu Themen gegenseitig beraten, die sie gerade so umtreiben.
Ein weiteres Ziel ist, dass sie sich danach auch ohne mich treffen und das Format für sich nutzen.

Das Format „Kollegiale Beratung“ können Sie schnell googlen und auch umsetzen. Viel wichtiger ist – wie immer
😜- die Haltung. Deswegen nutze ich immer die erste Hälfte des Tages, um meinen Teilnehmenden genau diese zu vermitteln.

Kollegiale Beratung

Dazu gehören die 4 Schlüssel oder Erfolgsfaktoren für kollegiale Beratung:

💙 Fragen vor Antworten: Was weiß ich noch nicht?
💚 Beobachten vor Bewerten: Was sehe ich wirklich – jenseits meiner Meinung?
💛 Perspektivwechsel vor Standpunkt: Welche Sichtweisen gibt es noch?
🧡 Selbstreflexion vor Fremdkritik: Welchen Anteil habe ich an der Situation?

Falls Sie kollegiale Beratungen in Ihrer Organisation etablieren wollen, melden Sie sich bei mir!

Warum die Auftragsklärung der wichtigste Teil jeder Teamentwicklung ist

Bevor der erste Stuhl im Stuhlkreis steht, habe ich schon viele Fragen gestellt.

Die Auftragsklärung ist für mich der wichtigste Teil einer Teamentwicklung. Ich nehme mir dafür in der Regel eine Stunde Zeit, manchmal sogar mehr. Wenn es das Budget zulässt, spreche ich zusätzlich mit Teammitgliedern.

𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝘂𝗳𝘄𝗮𝗻𝗱?
Zuallererst möchte ich, dass Sie mir als Auftraggeber*in vertrauen. Sie haben möglicherweise schon einen Ablauf und Fragen im Kopf, die Sie mit Ihrem Team bearbeiten möchten, vielleicht sogar Lösungsideen.
Und dann komme ich mit einem anderen Ansatz um die Ecke und behaupte, dass wir damit Ihr Ziel genauso gut oder besser erreichen. Dafür braucht es Vertrauen, dass Sie da mitgehen.

Und dann möchte ich natürlich verstehen, worum es wirklich geht. In dieser einen Stunde versuche ich, ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Die Auftragsklärung ist auch ein Selbstklärungsprozess für Sie als Führungskraft.

Ich habe schon erlebt, dass Führungskräfte mit einer klaren Vorstellung des Problems, der Lösung und meiner Rolle im Prozess ins Gespräch gekommen sind und nach meinen Fragen mit einem ganz anderen Thema wieder herauskamen.
Andere fühlten sich bestätigt. Beides ist normal.

Mein Ziel ist, dass der Prozess oder der Teamtag Themen adressiert, die für das Team wirklich relevant sind.

Zum Schluss verrate ich Ihnen zwei Fragen, die ich immer stelle:
1️⃣ Was ist anders, wenn der Teamtag oder dieser Prozess erfolgreich war?
2️⃣ Was erwartet sich Ihr Team von diesem Prozess?

Jahresstart im Team: Zwei Fragen, die mehr bringen als gute Vorsätze

Und wie lauten Ihre Vorsätze fürs Jahr 2026?

Ich mag Vorsätze nicht.
Wenn ich wirklich was ändern will, dann brauche ich dafür kein Startdatum. Habe ich zumindest irgendwo gelesen.

Meine ehrliche Antwort: Ich mag Vorsätze nicht, weil ich mich am Ende des Jahres nicht an irgendwelchen Dingen messen lassen will, die ich vor 12 Monaten mal wichtig fand. Ja, ich tue mich schwer, mich festzulegen.

Aber ich habe ein Ritual, dass ich jetzt schon mehrere Jahre pflege und das sehr gut funktioniert.

Ich stelle mir zum Ende des Jahres zwei Fragen:
  • Was möchte ich aus dem letzten Jahr mitnehmen?
  • Was möchte ich mehr machen?

Meine Einladung: Starten Sie das neue Jahr mit Ihrem Team doch mal mit diesen Fragen.
Ihr Team kann diese Fragen ganz persönlich beantworten oder Sie legen den Fokus auf die (Zusammen)-Arbeit.
So verbinden Sie das alte mit dem neuen Jahr und fokussieren darauf, was gut lief!

Die 7 Todsünden der Teamentwicklung und wie Führungskräfte sie vermeiden

In der Teamentwicklung gibt es viele gute Absichten und ebenso viele Stolperfallen. Manche davon sind so verbreitet, dass man sie fast als „die 7 Todsünden“ bezeichnen könnte.

Die 7 Todsünden der Teamentwicklung und wie Führungskräfte sie vermeiden

Sünde 1: Trägheit

„Wir brauchen keine Teamentwicklung – wir haben doch regelmäßige Meetings.“
Die Wahrheit: Meetings sind wichtig, aber sie ersetzen keine Reflexion über Zusammenarbeit, Rollen oder Konflikte. Ohne gezielte Teamentwicklung bleibt es beim Abarbeiten von Tagesordnungen.


Sünde 2: Hochmut

„Ich bin Führungskraft, ich weiß schon, wie mein Team tickt.“
Selbstüberschätzung ist gefährlich. Führungskräfteentwicklung zeigt: Wer glaubt, schon alles zu wissen, übersieht schnell blinde Flecken. Ein bisschen Demut ist oft der Anfang echter Entwicklung.


Sünde 3: Neid

„Warum läuft das in anderen Teams so viel besser als in meinem Team?“
Klar kann man auf andere schauen und sich vergleichen. Das ändert aber nichts. Vergleiche mit anderen Teams schüren vor allem Unzufriedenheit, anstatt die eigene Zusammenarbeit konstruktiv zu verbessern.


Sünde 4: Gier

„Wir wollen sofort Ergebnisse sehen.“
Teamentwicklung ist ein Prozess. Wer nach zwei Workshops Perfektion erwartet, wird enttäuscht. Nachhaltigkeit entsteht durch Kontinuität – und durch Führungskräfte, die dranbleiben.


Sünde 5: Zorn

„Wieso kommen immer nur die gleichen Ideen? Kann niemand mal selbst denken?“
Häufig setzen sich Führungskräfte schon länger und intensiver mit den Fragen im Teamentwicklungsprozess auseinander. Klar, dass viele Ideen der Mitarbeitenden vielleicht erstmal an der Oberfläche kratzen. Teamentwicklung braucht Zeit, dann tauchen Sie alle gemeinsam auch tiefer.


Sünde 6: Völlerei

„Lasst uns alle Methoden ausprobieren – irgendwann passt schon eine.“
Methodensammlung ohne Analyse führt in den berühmten Methodendschungel. Entscheidend ist, die richtige Intervention im richtigen Moment einzusetzen.


Sünde 7: Faulheit im Follow-up

„Wir hatten doch einen tollen Teamtag – jetzt läuft es bestimmt von allein.“
Falsch gedacht. Ohne Nacharbeit verpufft der Effekt. Teamentwicklung braucht eine klare Strategie und Führungskräfte, die dranbleiben.


Fazit

Die „7 tödlichen Sünden“ sind in vielen Teams Realität. Die gute Nachricht: Sie lassen sich vermeiden. Mit klarer Führungskräfteentwicklung und einem strukturierten Plan wird aus Sünde ein Erfolg – und aus einer Gruppe ein starkes Team.

Brauchen Sie Unterstützung bei Ihrer Teamentwicklung?

Haben Sie schon Ihre Team-Weihnachtsfeier geplant?

Was wird es? Ein gemütliches Zusammensein mit selbstgemachten Keksen und Spielen im Besprechungsraum oder eine große Party?

Vielleicht haben Sie ja noch Lust, die Weihnachtsfeier mit einem kleinen Jahresrückblick zu verbinden.
Für diesen Fall habe ich Ihnen heute eine weihnachtliche Retrospektive mitgebracht:

🎄 Die Rentier-Rennen-Retrospektive

Diese Retrospektive nutzt die Metapher eines Rentier-Rennens, um die über das Jahr erreichten Ziele zu feiern und die überwundenen Hindernisse Revue passieren zu lassen.

🦌Vorbereitung

  • Zeichnen Sie auf einem großen Flipchart oder Whiteboard eine Rennstrecke mit Start, Ziel und einigen „Hindernissen“ (z. B. Eisflächen, Schneestürme, Berge).
    Alternativ: Kleben Sie mit Krepp- oder buntem Klebeband eine Rennstrecke auf den Boden – als lange Linie durch den Raum.
  • Legen Sie Post-its in zwei Farben bereit:
    🟩 Grün für Erfolge
    🟥 Rot für Hindernisse

Die Rennstrecke symbolisiert das vergangene Jahr.


🦌 Ablauf

Einstieg (5 Minuten)

Erklären Sie die Metapher:
„Wir sind Rentiere auf einer Rennstrecke. Wo sind wir dieses Jahr langgerannt? Was hat uns angetrieben, was hat uns gebremst?“


Unser Rennen bisher (15–20 Minuten)

Einzelarbeit (10 Minuten):

  • 🟩 Grüne Post-its – „Geschafft!“
    Welche Ziele haben wir erreicht? Wo sind wir besonders gut vorangekommen?
    Regen Sie Ihr Team an, auch vermeintlich kleine Erfolge mit aufzunehmen.
  • 🟥 Rote Post-its – „Eisflächen & Schneestürme“
    Welche Hindernisse haben wir überwunden? Was hat uns ausgebremst?

Anschließend:
Lassen Sie alle ihre Beiträge kurz erläutern und entlang der Rennstrecke platzieren.

Geben Sie Ihrem Team Raum, die Erfolge gemeinsam zu besprechen. Fragen Sie nach: Was war an diesem Erfolg so besonders für dich?


🎁 Abschluss oder Ausblick?

Normalerweise würde an dieser Stelle der Retrospektive der Blick nach vorn folgen: Verabredungen treffen, Verantwortlichkeiten benennen, Maßnahmen ableiten.

Aber: Es ist bald Weihnachten.
Und manchmal ist es auch einfach wichtig, sich selbst auf die Schulter zu klopfen.

Beenden Sie die Retrospektive doch dieses Mal mit einem Dank für die Erfolge und die überwundenen Hindernisse – und machen Sie sich dann auf den Weg zur Weihnachtsfeier.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit diesem Format und freue mich, wenn sie ein bisschen positive Besinnlichkeit in den Rest des Jahres bringt.

Der verborgene Nutzen von Problemen: Warum Teams an ungelösten Konflikten festhalten

Der Nutzen von Problemen

Ja, Sie haben richtig gelesen.
Nicht: Wie lösen wir das Problem?
Sondern: Warum ist es gut?

🔍 Ein Beispiel:
Der Kollege, der immer stört.
Die Besprechung, die nie zu Entscheidungen führt.
Der offene Konflikt, den niemand anspricht.

Was, wenn das Problem einem Zweck dient?
– Um wirklich unangenehme Themen zu vermeiden.
– Um keine Verantwortung übernehmen zu müssen.
– Um Zugehörigkeit zu sichern (Stichwort Gruppendynamik).

So schwer es fällt: Probleme haben oft einen sekundären Nutzen.
Wie beim Raucher, der nicht aufhört, weil die Zigarette seine einzige Pause ist.

Ich liebe diese Frage und stelle sie gerne in Auftragsklärungsgesprächen für Teamentwicklungen. Wenn der Nutzen des Problems klar(er) wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Führungskräfte und Team Lösungen entwickeln, die wirklich zum Team passen.

Falls Sie gerade vor einem Problem stehen, habe ich heute zwei Reflexionsfragen für Sie:
💬 Was würde sich für MICH verändern, wenn das Problem weg wäre?
💬 Und: Was würde sich für mein Team verändern?

Teamentwicklung als Investition statt Kostenfaktor

Wenn es um Budgets geht, stehen Maßnahmen zur Teamentwicklung und Führungskräfteentwicklung oft unter Druck. Schnell fällt das Argument: „Das ist zu teuer“ oder „Wir haben dafür keine Ressourcen“.

Doch was viele übersehen: Fehlende Teamentwicklung kostet deutlich mehr. Ineffiziente Meetings, hohe Fluktuation, Konflikte oder krankheitsbedingte Ausfälle sind stille Kostenfresser, die oft unbemerkt bleiben. Wer Teamentwicklung als Investition begreift, erkennt schnell: Sie zahlt sich mehrfach aus.


Die unsichtbaren Kosten fehlender Teamentwicklung

  • Unklare Rollen: Wenn nicht klar ist, wer wofür zuständig ist, entstehen Doppelarbeiten und Frust.
  • Fehlende psychologische Sicherheit: Mitarbeiter:innen schweigen in Meetings, Ideen gehen verloren, Innovation stockt.
  • Ungesteuerte Konflikte: Spannungen im Team führen zu Demotivation und Abwanderung.
  • Hohe Fluktuation: Neueinstellungen und Einarbeitungen sind teuer und binden Ressourcen.

All diese Faktoren verursachen Kosten, die das Budget einer gezielten Teamentwicklung um ein Vielfaches übersteigen.


Teamentwicklung als Erfolgsfaktor

Ein Team, das sich entwickelt, arbeitet effizienter, kreativer und motivierter. Klare Strukturen und Rollen, eine offene Feedbackkultur und Vertrauen sorgen dafür, dass Ressourcen besser genutzt werden. Führungskräfte, die wissen, wie sie diesen Rahmen gestalten, erhöhen nicht nur die Produktivität, sondern auch die Zufriedenheit im Team.


Die Rolle der Führungskräfteentwicklung

Damit Teamentwicklung nachhaltig wirkt, müssen Führungskräfte befähigt werden. Sie brauchen Kompetenzen, um Dynamiken zu erkennen, Widerstände zu verstehen und passende Maßnahmen einzuleiten. Führungskräfteentwicklung sorgt dafür, dass Teamentwicklung nicht vom Zufall abhängt, sondern planvoll gestaltet wird. Das entlastet auch HR-Abteilungen, die so weniger häufig externe Hilfe einkaufen müssen.


Return on Investment (ROI)

Studien zeigen, dass Unternehmen, die in Teamentwicklung investieren, langfristig von höherer Produktivität und geringerer Fluktuation profitieren. Schon kleine Verbesserungen in Zusammenarbeit und Kommunikation können enorme Effekte haben. Ein Beispiel: Wenn ein Team von zehn Personen durch bessere Zusammenarbeit nur 10 % effizienter arbeitet, entspricht das einer vollen Stelle, die ohne zusätzliche Personalkosten frei wird.


Fazit

Teamentwicklung ist kein Luxus, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Organisation. Sie spart Kosten, steigert die Motivation und macht Teams resilient gegenüber Veränderungen. Führungskräfteentwicklung ist dabei der Schlüssel: Nur wenn Führungskräfte befähigt werden, ihr Team selbst weiterzuentwickeln, entsteht langfristige Wirkung.

👉 Mein Programm „Teamentwicklung mit Plan“ verbindet Führungskräfteentwicklung und Teamentwicklung – für nachhaltige Ergebnisse, die nicht nach dem Workshop enden.

Exkurs zu den Studien:

Produktivitätssteigerung durch Teamentwicklung

Universität Zürich: Forschungen legen nahe, dass das Bewusstsein für den Beitrag des Teams zur eigenen Produktivität die individuelle Leistung steigern kann. In einer Studie mit Softwareentwicklungsteams berichteten Teilnehmende, dass die Reflexion über die Teamunterstützung ihre Produktivität erhöhte. executive-education.uzh.ch


Reduzierung der Fluktuation durch Führungskräfteentwicklung

  • Gallup-Studie 2024: Laut der Studie sind Führungskräfte zu 70 % für das Engagement bzw. die Kündigungsbereitschaft ihrer Mitarbeitenden verantwortlich. Motivierte Mitarbeitende leisten bis zu 800 % mehr als solche, die mit dem Gedanken eines Jobwechsels spielen. Gallup Studie
  • Haufe Onboarding-Studie 2023: Die Studie zeigt, dass eine unzureichende soziale Integration und mangelnde Strukturen beim Onboarding zu Frühfluktuation führen können. Haufe.de News und Fachwissen