Team entwickeln als Führungskraft – was Sie ohne externen Workshop tun können

Kein Budget für externe Begleitung. Kein Mandat, das Team für zwei Tage aus dem Tagesgeschäft zu ziehen. Und trotzdem das Gefühl, dass die Zusammenarbeit nicht so läuft, wie sie laufen könnte – dass Entscheidungen zu langsam getroffen werden, Spannungen im Raum stehen, die niemand benennt, und Meetings enden, ohne dass danach irgendjemand weiß, was nun gilt.

Das ist keine Ausnahmesituation. Das ist der Normalfall in den meisten Organisationen, die ich kenne.

Die Frage ist nicht, ob man unter diesen Bedingungen etwas tun kann. Die Frage ist, was.


Teamentwicklung ist kein Event

Das ist der erste und wichtigste Gedanke. Teamentwicklung passiert nicht an zwei Tagen im Jahr in einem Tagungshaus. Sie passiert – oder passiert nicht – in den wöchentlichen Meetings, in den Gesprächen am Rande, in der Art, wie Entscheidungen getroffen und kommuniziert werden, in dem, was die Führungskraft explizit macht und was sie im Vagen lässt.

Wer Teamentwicklung nur als geplante Maßnahme denkt, übersieht, dass der Alltag selbst das stärkste Entwicklungsformat ist – und dass Führungskräfte dort mehr Einfluss haben, als sie oft glauben.


Drei Hebel, die sofort wirken

Erwartungen explizit machen. Die meisten Spannungen in Teams entstehen nicht, weil Menschen böswillig sind, sondern weil sie unterschiedliche Erwartungen haben, die nie ausgesprochen wurden. Wer wie erreichbar sein soll. Wie Entscheidungen kommuniziert werden. Was „eigenverantwortlich arbeiten“ konkret bedeutet. Das klingt banal. Es ist es nicht – weil die meisten Führungskräfte diese Dinge für selbstverständlich halten und deshalb nie ansprechen.

Entscheidungswege klären. Viele Reibungen entstehen nicht, weil Menschen nicht zusammenarbeiten wollen, sondern weil unklar ist, wer was entscheidet. Wer hat das letzte Wort – und wer wird informiert, wer einbezogen, wer kann Einwände einbringen? Ein Working Agreement, das diese Fragen beantwortet, ist kein bürokratisches Dokument. Es ist ein Werkzeug gegen die permanent gleichen Missverständnisse.

Meetings anders nutzen. Das reguläre Teammeeting ist der unterschätzteste Entwicklungsraum, den Führungskräfte haben. Nicht als Informationsveranstaltung, sondern als Ort, an dem das Team seine eigene Zusammenarbeit kurz reflektiert: Was hat funktioniert? Was hat gerieben? Was wollen wir anders machen? Fünfzehn Minuten am Ende eines Meetings reichen, wenn sie konsequent genutzt werden.


Was dabei oft unterschätzt wird

Das Benennen von Spannungen ist bereits ein Entwicklungsschritt. Nicht erst die Lösung.

Viele Führungskräfte warten, bis sie eine Antwort haben, bevor sie ein Problem ansprechen. Das ist verständlich – niemand möchte etwas aufmachen, ohne zu wissen, wie man es wieder schließt. Aber Teams entwickeln sich nicht durch Lösungen allein. Sie entwickeln sich auch durch die gemeinsame Wahrnehmung, dass etwas nicht stimmt – und durch die Erfahrung, dass die Führungskraft das ausspricht, anstatt so zu tun, als wäre alles in Ordnung.

Das verändert die Atmosphäre. Und die Atmosphäre verändert, was möglich ist.


Wann externe Begleitung trotzdem sinnvoll ist

Es gibt Situationen, in denen die Führungskraft selbst nicht der richtige Akteur ist. Wenn sie selbst Teil des Konflikts ist. Wenn das Team die Führungskraft nicht als neutrale Instanz wahrnehmen kann. Wenn die Spannung so hoch ist, dass ein moderierter Rahmen von außen gebraucht wird, um überhaupt sprechen zu können. Oder wenn ein grundlegender Neustart nötig ist – nach einer Reorganisation, einem Personalwechsel, einem längeren Konflikt.

Das sind keine Zeichen des Scheiterns. Es ist schlicht eine Frage des richtigen Werkzeugs für die richtige Situation.


Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Situation eher selbst bearbeitbar ist oder externe Begleitung sinnvoll wäre: Das ist genau die Frage, die ich in einem ersten Gespräch gerne mit Ihnen kläre.

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