Führen in Veränderung – Orientierung geben in unsicheren Zeiten

Veränderung ist die einzige Konstante. Neue Strukturen, neue Kolleginnen und Kollegen oder strategische Anpassungen bringen Unsicherheit ins Team. Führungskräfte stehen unter Druck, Orientierung zu geben, während sie selbst noch im Lernprozess sind. Orientierung entsteht nicht automatisch. Sie muss aktiv gestaltet werden, sowohl für sich selbst als auch für das Team.

Veränderung bedeutet Unsicherheit

Veränderungen im Unternehmen wirken auf viele Ebenen. Mitarbeitende reagieren unterschiedlich: Einige sind motiviert, andere verunsichert. Entscheidungen erscheinen plötzlich komplexer, Prozesse instabil. Diese Unsicherheit kann sich auf Motivation, Produktivität und Zusammenarbeit auswirken.

Führungskräfte, die diese Dynamik erkennen, können bewusst Einfluss nehmen. Der erste Schritt ist, die eigenen Reaktionen zu reflektieren und zu verstehen, welche Signale das Team empfängt.

Die Führungskraft als Kompass

In unsicheren Zeiten ist die Führungskraft Orientierungspunkt. Klare Kommunikation schafft Stabilität. Mitarbeitende brauchen verständliche Informationen über Ziele, Rollen und Prioritäten.

Transparenz bedeutet nicht, alle Antworten zu haben. Es geht darum, den Stand der Dinge ehrlich zu vermitteln, Perspektiven aufzuzeigen und eine Haltung zu zeigen, die Vertrauen schafft.

Praktische Schritte für Orientierung

Um Orientierung zu geben, können folgende Schritte helfen:

  1. Regelmäßige Reflexion: Nehmen Sie sich Zeit, die eigene Haltung, Entscheidungen und Wirkung zu hinterfragen. Fragen Sie sich, was funktioniert und was angepasst werden muss.
  2. Ziele kommunizieren: Definieren Sie klare Prioritäten und teilen Sie diese transparent mit dem Team.
  3. Routinen schaffen: Kleine, verlässliche Abläufe geben Mitarbeitenden Stabilität und Orientierung.

Diese Schritte sorgen dafür, dass Veränderung nicht nur als Druck, sondern als Chance wahrgenommen wird.

Coaching als Unterstützung

Coaching bietet Führungskräften einen geschützten Raum zur Reflexion. Hier können Sie Strategien entwickeln, die auf Ihre individuelle Situation zugeschnitten sind. Ein Coach hilft, die eigene Rolle zu klären, Handlungsoptionen zu prüfen und Entscheidungen bewusster zu treffen. Das Ergebnis ist eine nachhaltige Verbesserung der Führungswirkung im Alltag.


Fazit

Veränderung ist herausfordernd, aber sie bietet auch die Chance, Führung bewusst zu gestalten. Orientierung entsteht, wenn Führungskräfte reflektieren, klar kommunizieren und Routinen für Stabilität schaffen. Coaching kann diesen Prozess unterstützen und dazu beitragen, Entscheidungen sicherer und wirksamer zu treffen.

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Warum Paare über Geld streiten – und wie Sie das ändern können

Szenen einer Beziehung:

Sie, 38, Projektleiterin.
Er, 41, selbstständiger Grafiker.

Beide intelligent, reflektiert, in vielen Bereichen eingespielt.

Aber sobald das Thema Geld auf den Tisch kam, wurde die Atmosphäre eisig.

„Es geht doch nur um 200 Euro für neue Wanderschuhe“, sagte er. „Warum wird daraus jedes Mal eine Grundsatzdiskussion?“ Sie schwieg. Verschränkte die Arme. Dann: „Es geht nicht um die Schuhe.“

Genau.


Es geht nie um die Schuhe

Wenn Paare über Geld streiten, geht es fast nie ums Geld. Es geht um das, was Geld bedeutet. Um Sicherheit. Um Freiheit. Um Anerkennung. Um Macht.

Geldkonflikte in Beziehungen sind Stellvertreter-Konflikte. Das Problem ist: Die meisten Paare wissen das nicht. Sie diskutieren über Kontoauszüge, während die eigentlichen Themen unberührt bleiben.


Die drei häufigsten Ursachen für Geldkonflikte bei Paaren

1. Unterschiedliche Geldbiografien
Sie ist mit der Erfahrung aufgewachsen, dass Geld plötzlich verschwinden kann. Ihr Vater war arbeitslos, die Familie musste jeden Cent umdrehen. Für sie bedeutet Geld heute: Absicherung. Ein Polster gegen Katastrophen.

Er wuchs in einer Familie auf, in der nie über Geld gesprochen wurde. Es war einfach da. Für ihn bedeutet Geld: Freiheit. Die Möglichkeit, spontan zu entscheiden.

Wenn diese beiden Menschen über „200 Euro für Wanderschuhe“ sprechen, sprechen sie in Wahrheit über zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Sie hört: „Du gehst leichtsinnig mit unserem Sicherheitsnetz um.“
Er hört: „Du willst mir meine Freiheit nehmen.“


2. Unausgesprochene Machtstrukturen
In vielen Beziehungen gibt es finanzielle Asymmetrien. Einer verdient mehr. Einer hat Vermögen geerbt. Einer arbeitet Vollzeit, der andere Teilzeit wegen der Kinder.

Das Problem ist nicht die Asymmetrie an sich. Das Problem ist, wenn sie nicht explizit gemacht wird. Wenn der Besserverdienende das Gefühl hat, „eigentlich“ mehr Mitspracherecht zu haben – es aber nicht ausspricht. Wenn der andere das Gefühl hat, finanziell abhängig zu sein – es aber nicht thematisiert.

Diese unausgesprochenen Machtverhältnisse vergiften jede Finanzentscheidung.


3. Unterschiedliche Risikoprofile
Menschen haben unterschiedliche Risikobereitschaft. Das ist neurologisch angelegt und durch Erfahrung geprägt. Der eine will investieren, der andere will sparen. Der eine findet ETFs „vernünftig“, der andere findet sie „unverantwortlich“.

Das wird zum Problem, wenn Paare glauben, es gäbe eine objektiv „richtige“ Antwort – und der andere läge falsch.


Was hilft? Geldpsychologie statt Finanzberatung

Die klassische Finanzberatung setzt an der falschen Stelle an. Sie zeigt Tabellen, Renditen, Strategien. Aber wenn die psychologische Ebene nicht geklärt ist, bringt die beste Strategie nichts.

Deshalb beginnt finanzielle Paarberatung immer mit Geldpsychologie:

Schritt 1: Geldbiografien offenlegen
Was haben Sie über Geld gelernt? Welche Botschaften haben Sie verinnerlicht? Wofür steht Geld in Ihrer Familie?
Diese Fragen klingen banal. Sind sie aber nicht. Viele Menschen haben diese Reflexion noch nie gemacht – und sind überrascht, wie stark ihre aktuellen Entscheidungen von Mustern aus der Kindheit geprägt sind.

Schritt 2: Bedeutungen explizit machen
Was bedeutet Geld für Sie? Sicherheit? Freiheit? Status? Selbstwert? Kontrolle? Alle diese Bedeutungen sind legitim. Aber sie müssen auf den Tisch.
Wenn Sie verstehen, dass Ihr Partner nicht „irrational“ ist, sondern aus einer anderen Bedeutungslogik heraus handelt, ändert sich die Dynamik.

Schritt 3: Gemeinsame Vision entwickeln
Erst wenn beide verstehen, woher der andere kommt, können Sie entwickeln, wohin Sie gemeinsam wollen. Nicht als Kompromiss („Jeder gibt etwas auf“), sondern als gemeinsame Vision, die beide Bedeutungsebenen integriert.


Wie sieht das konkret aus?

Zurück zu meinem Paar. Was könnte hinter den Schuhen stehen?

  • Ihre Bedeutung: Geld = Sicherheit. „Ich brauche das Gefühl, dass wir für Krisen gewappnet sind.“
  • Seine Bedeutung: Geld = Freiheit. „Ich brauche das Gefühl, dass ich nicht für jede Entscheidung um Erlaubnis fragen muss.“

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie als Paar regelmäßig über Geld streiten, fragen Sie sich:

  • Worum geht es wirklich? Nicht um die konkrete Ausgabe, sondern um die Bedeutung dahinter.
  • Welche Muster wiederholen wir? Führen Sie immer wieder dieselbe Diskussion? Dann liegt das Thema tiefer.
  • Was ist unausgesprochen? Welche Machtverhältnisse, Ängste oder Erwartungen schwingen mit, die Sie noch nie benannt haben?

Geld in der Beziehung wird erst dann entspannt, wenn Sie nicht mehr über Zahlen reden – sondern über das, was Zahlen für Sie bedeuten.


Aktives Zuhören: So stärken Führungskräfte Vertrauen und Wirkung

Neulich in einem Workshop sagte eine Teilnehmerin:
„Ich höre meinem Team ja zu. Aber ehrlich gesagt – meistens nur so lange, bis ich glaube, die Lösung zu kennen.“

Alle nickten.
Denn genau das passiert in der Praxis ständig.

Wir glauben, zuzuhören.
Aber oft hören wir nur so lange hin, bis wir etwas sagen können. Oder bis wir überzeugt sind, die Situation verstanden zu haben.
Aktives Zuhören ist etwas anderes.
Es bedeutet, mit voller Aufmerksamkeit bei der anderen Person zu sein – nicht bei der eigenen Antwort.

Und das klingt einfacher, als es ist.


Warum aktives Zuhören so wirksam ist

Zuhören wird in Führung und Zusammenarbeit gern als „Soft Skill“ bezeichnet – als etwas, das „nice to have“ ist.
In Wahrheit ist es ein strategischer Erfolgsfaktor.

Aktives Zuhören fördert:

  • Vertrauen, weil Menschen sich ernst genommen fühlen.
  • Klarheit, weil weniger Missverständnisse entstehen.
  • Eigenverantwortung, weil Mitarbeitende ihre Gedanken in Ruhe zu Ende denken dürfen.
  • Innovation, weil neue Ideen Raum bekommen, bevor sie bewertet werden.

Kurz gesagt:
Wer gut zuhört, führt besser.
Nicht, weil er oder sie mehr redet – sondern weil andere sich trauen, mehr zu sagen.


Was „aktives Zuhören“ eigentlich bedeutet

Der Begriff stammt aus der klientenzentrierten Gesprächsführung von Carl Rogers.
Seine Grundidee: Menschen entfalten ihr Potenzial, wenn sie verstanden – nicht bewertet – werden.

Aktives Zuhören besteht also aus drei Dimensionen:

  1. Verstehen: Ich möchte wirklich begreifen, was die andere Person meint – fachlich und emotional.
  2. Spiegeln: Ich zeige, dass ich zuhöre, und bringe zum Ausdruck, was ich wahrnehme.
  3. Vertiefen: Ich stelle Fragen, die das Denken der anderen Person erweitern, nicht begrenzen.

Diese drei Schritte klingen theoretisch – in der Praxis sind sie herausfordernd, weil sie eine bewusste Haltung erfordern:
Ich will nicht recht haben, ich will verstehen.


Techniken des aktiven Zuhörens

Hier sind die wichtigsten Werkzeuge, um diese Haltung greifbar zu machen:

🎧 1. Paraphrasieren – den Inhalt spiegeln

Wiederholen Sie mit eigenen Worten, was Sie gehört haben.
„Wenn ich Sie richtig verstehe, ist Ihnen wichtig, dass …“
Das signalisiert: Ich habe dich gehört – und ich möchte sicherstellen, dass ich dich richtig verstehe.

💬 2. Gefühle benennen

Oft sagen Menschen nicht direkt, wie sie sich fühlen – aber man kann es hören oder sehen.
„Das klingt, als war das ziemlich frustrierend.“
„Ich merke, das Thema liegt Ihnen am Herzen.“
Solche Sätze zeigen Empathie und schaffen Verbindung.

🔍 3. Offene Fragen stellen

Keine Suggestionen, keine schnellen Lösungen – sondern ehrliches Interesse.
„Was wäre Ihnen in der Situation am wichtigsten?“
„Wie sehen Sie das im Rückblick?“
„Was bräuchten Sie, damit es leichter geht?“

🪞 4. Zusammenfassen und ordnen

Gerade in längeren Gesprächen hilft eine Zwischenbilanz:
„Ich fasse kurz zusammen, was ich bisher mitgenommen habe …“
Das strukturiert das Denken – und schafft Orientierung.

🧘 5. Stille aushalten

Manchmal entsteht der wichtigste Gedanke genau in dem Moment, in dem man nichts sagt.
Aktives Zuhören heißt auch, nicht sofort zu füllen, was noch leer klingt.


Warum Zuhören so schwer ist

Klingt alles logisch, oder?
Und doch fällt es uns in der Praxis schwer.

Warum?
Weil unser Gehirn schneller denkt, als andere sprechen.
Während jemand redet, laufen in uns bereits kleine innere Dialoge ab:

„Ah, kenne ich – hatte ich auch schon mal.“
„Das könnte man doch so lösen.“
„Das verstehe ich gar nicht.“

Diese innere Stimme lenkt uns ab.
Und je stärker der Druck, desto lauter wird sie.

Gerade Führungskräfte geraten hier in eine Zwickmühle: Sie sollen Lösungen liefern, Orientierung geben, Entscheidungen treffen – und gleichzeitig empathisch zuhören.
Das funktioniert nur, wenn man zwischen den Rollen wechseln kann:
Manchmal bin ich Entscheiderin.
Und manchmal einfach nur Zuhörerin.


Zuhören verändert Teamkultur

Wenn Führungskräfte anfangen, wirklich zuzuhören, passiert etwas Erstaunliches:
Gespräche werden ruhiger.
Menschen fühlen sich sicherer.
Und plötzlich tauchen Themen auf, die vorher nie jemand angesprochen hätte.

Aktives Zuhören schafft psychologische Sicherheit – und diese ist der Nährboden für Lernen, Innovation und Zusammenarbeit.

Teams, in denen gut zugehört wird, brauchen weniger Kontrolle.
Denn wer gehört wird, übernimmt Verantwortung.


Fazit: Zuhören ist Führungsarbeit

Aktives Zuhören klingt nach einer Kommunikationstechnik.
In Wahrheit ist es eine Führungshaltung.

Es geht darum, präsent zu sein, wenn andere sprechen.
Nicht zu bewerten, sondern zu verstehen.
Nicht zu argumentieren, sondern Raum zu geben.

In einer Arbeitswelt, in der Tempo und Komplexität zunehmen, ist aktives Zuhören kein „Nice-to-have“.
Es ist eine Superkraft.
Leise, unspektakulär – aber mit großer Wirkung.

Denn wer gut zuhört, ermöglicht, dass andere wachsen.
Und das ist, am Ende, die Essenz von Führung.


3 Übungen für aktives Zuhören

Warum die Auftragsklärung der wichtigste Teil jeder Teamentwicklung ist

Bevor der erste Stuhl im Stuhlkreis steht, habe ich schon viele Fragen gestellt.

Die Auftragsklärung ist für mich der wichtigste Teil einer Teamentwicklung. Ich nehme mir dafür in der Regel eine Stunde Zeit, manchmal sogar mehr. Wenn es das Budget zulässt, spreche ich zusätzlich mit Teammitgliedern.

𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝘂𝗳𝘄𝗮𝗻𝗱?
Zuallererst möchte ich, dass Sie mir als Auftraggeber*in vertrauen. Sie haben möglicherweise schon einen Ablauf und Fragen im Kopf, die Sie mit Ihrem Team bearbeiten möchten, vielleicht sogar Lösungsideen.
Und dann komme ich mit einem anderen Ansatz um die Ecke und behaupte, dass wir damit Ihr Ziel genauso gut oder besser erreichen. Dafür braucht es Vertrauen, dass Sie da mitgehen.

Und dann möchte ich natürlich verstehen, worum es wirklich geht. In dieser einen Stunde versuche ich, ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Die Auftragsklärung ist auch ein Selbstklärungsprozess für Sie als Führungskraft.

Ich habe schon erlebt, dass Führungskräfte mit einer klaren Vorstellung des Problems, der Lösung und meiner Rolle im Prozess ins Gespräch gekommen sind und nach meinen Fragen mit einem ganz anderen Thema wieder herauskamen.
Andere fühlten sich bestätigt. Beides ist normal.

Mein Ziel ist, dass der Prozess oder der Teamtag Themen adressiert, die für das Team wirklich relevant sind.

Zum Schluss verrate ich Ihnen zwei Fragen, die ich immer stelle:
1️⃣ Was ist anders, wenn der Teamtag oder dieser Prozess erfolgreich war?
2️⃣ Was erwartet sich Ihr Team von diesem Prozess?

Warum Teamentwicklung in der Verwaltung nie langweilig wird – und jede Behörde anders tickt

Ich bin jetzt seit über zwei Jahren selbstständig und arbeite vor allem mit Teams aus der Verwaltung.

Im letzten Jahr habe ich mich gefragt, ob mich das nicht irgendwann einengt oder langweilen könnte.

Dann habe ich meine Referenzliste durchgeschaut. Ich habe gearbeitet mit
🌳 Gärtnerinnen im Grünflächenamt 🧒 Sozialarbeiterinnen im Bereich Kindeswohlgefährdung
📄 Sachbearbeiterinnen im Sozialamt 🔒 Mitarbeitenden im Justizvollzug 👮‍♀️ Polizistinnen
🌍 Referentinnen und Strateginnen aus Umwelt, Klimaschutz, Digitalisierung, Stadtentwicklung
🏛️ Führungskräften in Landes- und Bundesverwaltungen

Alle ticken anders.
Alle haben trotz ihres gemeinsamen Nenners Verwaltung sehr unterschiedliche Herausforderungen.

Und ich liebe es, in jede dieser Welten kurz einzutauchen.

Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht nur auf ihre Perspektiven einlassen kann, sondern meine Trainings und Teamentwicklungen auch so gestalte, dass sie zu ihrer Sprache und Arbeitswelt passen.
So entsteht Vertrauen und auf dieser Basis können auch herausfordernde Teamprozesse gelingen.

Führung heißt Wirkung – und was Sie tun können, wenn sie ausbleibt

Führung soll Wirkung haben. Auf Menschen, auf Strukturen und auf Ergebnisse.
Doch manchmal passiert genau das Gegenteil. Entscheidungen verpuffen, Teams reagieren nicht wie gewünscht und Projekte kommen nur schleppend voran.

In solchen Momenten ist die Versuchung groß, mehr zu tun, schneller zu handeln oder neue Methoden auszuprobieren. Wirklich hilfreich ist das aber selten. Wirkung in der Führung entsteht nicht durch Aktion allein, sondern durch Bewusstheit, Haltung und gezieltes Handeln.


Wirkung entsteht durch Klarheit

Klare Wirkung beginnt mit Klarheit über die eigene Rolle und die Ziele. Wer nicht weiß, welche Wirkung er erzielen will, kann kaum Einfluss nehmen.

Führungskräfte, die sich bewusst mit ihrer Wirkung auseinandersetzen, erkennen früh, wo ihre Entscheidungen Reibung erzeugen oder Erfolg verhindern. Sie reflektieren, welche Signale ihr Verhalten sendet, und passen es gezielt an.

Bewusstheit ist der erste Schritt. Sie erlaubt es, Entscheidungen nicht nur schnell, sondern auch stimmig zu treffen.


Drei Ebenen der Führungswirkung

Wirksamkeit zeigt sich auf verschiedenen Ebenen.

1. Person: Wie gut kennen Sie sich selbst und Ihre Wirkung auf andere? Wie gehen Sie mit Druck, Erwartungen und Konflikten um?

2. Beziehung: Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit Ihrem Team, Ihren Kolleginnen und Kollegen oder den Vorgesetzten? Wie entstehen Vertrauen und Verbindlichkeit?

3. System: Wie passen Ihre Entscheidungen zu Strukturen, Prozessen und der Organisation? Welche Hebel können Sie nutzen, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen?

Wirkung entsteht dort, wo alle drei Ebenen bewusst berücksichtigt werden. Fehlende Klarheit auf einer Ebene reduziert die Wirksamkeit auf den anderen.


Wenn Wirkung ausbleibt – typische Muster

Viele Führungskräfte erleben ähnliche Situationen:

  • Sie treffen Entscheidungen, die auf Widerstand stoßen, obwohl sie fachlich richtig sind.
  • Sie investieren Zeit und Energie, ohne dass die Ergebnisse spürbar werden.
  • Konflikte eskalieren immer wieder an denselben Stellen.

Die Ursache liegt häufig nicht in fehlender Kompetenz, sondern in fehlender Reflexion. Unbewusste Muster im Verhalten, unklare Kommunikation oder fehlende Abstimmung mit dem System verhindern Wirksamkeit.


Wege zurück zur Wirksamkeit

Es gibt mehrere Ansätze, um die eigene Wirkung wieder zu spüren und zu steigern:

Reflexion: Nehmen Sie sich Zeit, Ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen zu betrachten. Fragen Sie sich, was funktioniert und was nicht.

Feedback: Holen Sie Perspektiven von Ihrem Team, Kollegen oder Mentor:innen ein. Andere sehen oft Muster, die man selbst übersieht.

Coaching: Ein professioneller Coach bietet einen geschützten Raum, um Klarheit zu gewinnen. Coaching hilft, unbewusste Muster zu erkennen, neue Strategien zu entwickeln und das eigene Handeln gezielt anzupassen.

Mit einem klaren Blick auf Person, Beziehung und System können Sie Ihre Wirkung steigern und Entscheidungen bewusst steuern.


Warum Coaching wirkt

Coaching ist besonders dann wirksam, wenn Wirkung ausbleibt. Es ersetzt keine Trainings oder Beratung, sondern ergänzt sie sinnvoll.

Ein Coach hilft dabei, die eigenen Denk- und Handlungsmuster sichtbar zu machen und konkrete Schritte zu entwickeln, die sofort im Führungsalltag umgesetzt werden können.

So entsteht Klarheit, die direkt in Handlung übersetzt wird. Ergebnisse werden nicht nur sichtbarer, sondern nachhaltiger.


Fazit: Führung ist Beziehung und Wirkung

Führung bedeutet, Einfluss zu nehmen und Ergebnisse zu gestalten. Wirkung entsteht nicht durch Geschwindigkeit oder Aktionismus, sondern durch Klarheit, Reflexion und bewusstes Handeln.

Wenn Sie Ihre Wirkung steigern wollen, lohnt es sich, innezuhalten, sich selbst zu beobachten und gezielt Unterstützung zu suchen. Coaching ist ein Weg, diese Klarheit zu gewinnen und nachhaltige Wirkung zu entfalten.

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Nicht alles liegt in Ihrer Hand, aber Ihre Haltung macht den Unterschied

Vor einiger Zeit saß ich mit einer Führungskraft zusammen.
Sie leitete ein engagiertes Team, das seit Monaten an der Belastungsgrenze arbeitete.
Neue Projekte, steigende Anforderungen, unbesetzte Stellen – die klassische Mischung aus Dauerstress und Verantwortungsgefühl.

Nach einer Weile sagte sie:

„Ich habe das Gefühl, ich trage die ganze Organisation auf meinen Schultern. Mein Team ist erschöpft, und egal, was ich tue, es reicht nie.“

Ein Satz, den ich in Variationen immer wieder höre.
Er steht sinnbildlich für eine Erfahrung, die viele Führungskräfte machen:
Sie übernehmen Verantwortung über ihre eigentlichen Einflussmöglichkeiten hinaus.

Genau hier hilft ein Modell, das so einfach wie kraftvoll ist: der Circle of Concern.


Was ist der Circle of Concern?

Der Circle of Concern stammt aus Stephen Coveys Buch „The 7 Habits of Highly Effective People“.
Covey unterscheidet darin zwei Kreise:

  1. Der Circle of Concern umfasst alles, was uns beschäftigt oder Sorgen bereitet – von politischen Entscheidungen über wirtschaftliche Entwicklungen bis hin zu zwischenmenschlichen Spannungen im Team.
  2. Der Circle of Influence beschreibt den Bereich, in dem wir tatsächlich etwas verändern können – durch unser Verhalten, unsere Kommunikation und unsere Entscheidungen.

Je nachdem, worauf wir unsere Energie richten, wächst oder schrumpft unser Einflussbereich.
Wer sich hauptsächlich mit Dingen beschäftigt, die außerhalb des eigenen Einflusses liegen, fühlt sich schnell ohnmächtig.
Wer dagegen den Fokus auf das legt, was er oder sie wirklich gestalten kann, gewinnt Handlungsfähigkeit und Klarheit zurück.


Warum das Modell für Führung so relevant ist

Führung findet nie im luftleeren Raum statt.
Gerade in komplexen Organisationen – in Verwaltungen, großen Unternehmen oder Non-Profit-Strukturen – sind Führungskräfte eingebettet in Systeme, in denen vieles außerhalb ihrer Kontrolle liegt: Ressourcen, politische Rahmenbedingungen, Prioritäten, IT-Systeme oder Personalprozesse.

Und dennoch wird von ihnen erwartet, „es zu richten“.

Der Circle of Concern bietet hier eine hilfreiche Perspektive.
Er erinnert daran, dass Klarheit über die eigenen Einflussmöglichkeiten keine Kapitulation bedeutet, sondern eine Form von Selbstführung ist.

Wenn Sie als Führungskraft wissen, was Sie tatsächlich beeinflussen können und was nicht, setzen Sie Ihre Energie gezielter ein. Und Sie können Ihr Team besser schützen.


Ein Beispiel aus der Praxis

In einem meiner Coachings sagte eine Bereichsleiterin:

„Ich habe meinem Team gesagt, sie sollen Prioritäten setzen. Es ist völlig in Ordnung, nicht alles zu schaffen. Aber sie machen trotzdem zu viel.“

Auf den ersten Blick klingt das nach einem Führungsproblem:
Warum hört das Team nicht auf seine Leitung?

Bei genauerem Hinsehen zeigte sich jedoch ein anderes Bild.
Das Team stand unter massivem Druck von außen.
Fachbereiche, die Aufgaben nach oben delegierten, Kundinnen und Kunden mit berechtigten Anliegen, ein hoher Anspruch an Qualität – all das füllte den Circle of Concern bis zum Rand.

Die Führungskraft konnte diese externen Faktoren nicht verändern.
Aber sie konnte mit ihrem Team reflektieren, was in ihrem Circle of Influence liegt – also in ihrem tatsächlichen Handlungsspielraum.
Und was sie akzeptieren müssen, ohne sich persönlich dafür verantwortlich zu machen.

Allein diese Unterscheidung brachte spürbare Entlastung.
Der Fokus verschob sich von Schuldfragen hin zu Gestaltungsspielräumen.


Der Trugschluss der Allmacht

Viele Führungskräfte geraten in eine subtile Falle:
Sie glauben, alles müsse bei ihnen zusammenlaufen.
Sie empfinden strukturelle Probleme wie Personalmangel oder unklare Prozesse als persönliches Versagen.

Doch nicht alles, was im Team schwierig ist, hat seine Ursache in Führung.

Natürlich hat Führung einen entscheidenden Einfluss auf Kultur, Klarheit und Kommunikation.
Aber sie kann nicht kompensieren, was strukturell oder systemisch schiefläuft.

Gerade deshalb ist es so wichtig, die eigene Rolle bewusst abzugrenzen.
Nicht im Sinne von Rückzug, sondern im Sinne von Fokus:
Was gehört in meinen Verantwortungsbereich – und was nicht?


Vom Sorgen in die Gestaltung kommen

Die Kunst besteht darin, den Circle of Concern nicht zu ignorieren, sondern ihn bewusst zu rahmen.
Ich empfehle in Coachings häufig, sich drei Fragen zu stellen:

  1. Was beschäftigt mich gerade?
    Alles darf hier stehen: Ärger, Sorgen, Frust, Ideen, Konflikte.
  2. Was davon kann ich aktiv beeinflussen?
    Welche Entscheidungen, Gespräche oder Impulse liegen in meiner Hand?
  3. Wie will ich mit dem Rest umgehen?
    Wofür übernehme ich Verantwortung – und was akzeptiere ich als Rahmenbedingung?

Diese dritte Frage ist oft die schwierigste.
Sie verlangt Akzeptanz, wo wir eigentlich Veränderung wollen.
Aber genau hier zeigt sich professionelle Reife in Führung:
Nicht jedes Problem lässt sich lösen, doch jedes Problem lässt sich bewusst einordnen.


Ein Werkzeug für Selbstführung und Teamführung

Der Circle of Concern ist nicht nur ein Modell für Führungskräfte, sondern auch ein Reflexionswerkzeug für Teams.

Wenn Teams in Überlastung geraten, hilft es, gemeinsam zwei Kreise auf ein Whiteboard zu zeichnen:
In den äußeren Kreis kommt alles, was das Team beschäftigt.
In den inneren Kreis alles, was das Team aktiv gestalten kann.

In der Diskussion wird oft deutlich, dass viele Themen gar nicht verschwinden müssen, sondern nur richtig verortet werden.
Manchmal reicht der Satz: „Das ist wichtig, aber es liegt außerhalb unseres Einflusses.“

Diese Klarheit entlastet und stärkt gleichzeitig die Handlungsfähigkeit.


Führung beginnt mit Klarheit über sich selbst

In meinem Buch „Raus aus dem Methodendschungel – Teamentwicklung mit Plan“ beginne ich nicht mit Methoden oder Tools.
Ich beginne mit einer anderen Frage:

„Wie klar bin ich mir über mein Selbstverständnis als Führungskraft?“

Denn wer die eigene Rolle nicht reflektiert, läuft Gefahr, alles lösen zu wollen und sich dabei zu überfordern.

Der Circle of Concern erinnert daran, dass Führung keine Allmachtsaufgabe ist.
Sie ist ein permanentes Balancieren zwischen Einfluss und Akzeptanz.


Fazit: Klarheit ist keine Flucht, sondern Führung

Führung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – aber nicht für alles.

Die wirkungsvollsten Führungskräfte, die ich kenne, sind nicht diejenigen, die alles im Griff haben.
Es sind diejenigen, die wissen, wo ihr Einfluss endet und wo Haltung beginnt.

Klarheit darüber, was Sie nicht ändern können, ist die Voraussetzung dafür, das zu gestalten, was Sie verändern wollen.

Führung im Dauerstress: Wie der Circle of Concern hilft, wieder handlungsfähig zu werden

„Ich weiß gar nicht mehr, wo ich anfangen soll – Personalmangel, Dauerstress, unklare Prozesse, Konflikte im Team … ich komme einfach nicht mehr hinterher.“

Kennen Sie das Gefühl?
Wenn die To-do-Liste wächst, der Handlungsspielraum schrumpft und man nur noch reagiert, statt zu führen?

Genau hier setzt der Circle of Concern an.
Denn wer seine Energie dorthin lenkt, wo er oder sie wirklich Einfluss hat, gewinnt wieder Handlungsfähigkeit.

  • Was liegt in meinem Einflussbereich?
  • Was liegt nicht in meinem Einflussbereich?

Nicht jedes Teamproblem ist ein Führungsproblem.
Aber ohne klare Führung wird jedes Problem größer.

Darum beginne ich in meinem Buch „Raus aus dem Methodendschungel – Teamentwicklung mit Plan“ übrigens auch mit der Frage:
👉 Wie klar bin ich mir über mein Selbstverständnis als Führungskraft?

➡️ Wo erleben Sie aktuell den größten Unterschied zwischen dem, was Sie beeinflussen können und dem, was Sie nur akzeptieren können?

Jahresstart im Team: Zwei Fragen, die mehr bringen als gute Vorsätze

Und wie lauten Ihre Vorsätze fürs Jahr 2026?

Ich mag Vorsätze nicht.
Wenn ich wirklich was ändern will, dann brauche ich dafür kein Startdatum. Habe ich zumindest irgendwo gelesen.

Meine ehrliche Antwort: Ich mag Vorsätze nicht, weil ich mich am Ende des Jahres nicht an irgendwelchen Dingen messen lassen will, die ich vor 12 Monaten mal wichtig fand. Ja, ich tue mich schwer, mich festzulegen.

Aber ich habe ein Ritual, dass ich jetzt schon mehrere Jahre pflege und das sehr gut funktioniert.

Ich stelle mir zum Ende des Jahres zwei Fragen:
  • Was möchte ich aus dem letzten Jahr mitnehmen?
  • Was möchte ich mehr machen?

Meine Einladung: Starten Sie das neue Jahr mit Ihrem Team doch mal mit diesen Fragen.
Ihr Team kann diese Fragen ganz persönlich beantworten oder Sie legen den Fokus auf die (Zusammen)-Arbeit.
So verbinden Sie das alte mit dem neuen Jahr und fokussieren darauf, was gut lief!

Guten Rutsch und Frohes Neues Jahr!

Ich hoffe, Sie hatten ein paar ruhige Tage zwischen den Jahren, an denen Sie sich vielleicht mal richtig gelangweilt haben.
Ich finde, das ist immer die schönste Zeit!

Und nun heißt es – Guten Rutsch ins Neue Jahr 2026!

Oder besser mit Erich Kästner:

„Wird’s besser? Wird’s schlimmer?
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.“