Kaum ein Thema löst so viel unterschwellige Spannung aus wie die Frage: Wer bringt wie viel Geld ein? Das gilt für die Kosten im Alltag und noch viel stärker bei der Frage nach dem Eigenkapital bei Ihrer Immobilienfinanzierung.
Sachlich betrachtet ist Eigenkapital ein Baustein der Finanzierung. Emotional betrachtet kann es Macht, Abhängigkeit oder Verpflichtung symbolisieren. Vielleicht verfügen Sie über Ersparnisse, eine Schenkung oder geerbtes Kapital. Ihr Partner bringt weniger mit – oder umgekehrt.
Szene einer Beziehung
Sie sagen: „Ich bringe den größeren Anteil ein, das ist doch kein Problem.“ Ihr Partner nickt. Und spürt dennoch etwas – vielleicht Dankbarkeit, vielleicht Druck, vielleicht den Wunsch, es irgendwann auszugleichen. Nicht jede Emotion wird ausgesprochen. Doch sie wirkt.
Fairness ist subjektiv
Fairness bedeutet nicht automatisch Gleichheit. Doch Fairness muss sich für beide Seiten stimmig anfühlen.
Fragen Sie sich:
- Fühlt sich einer von uns stärker beteiligt – finanziell oder emotional?
- Entsteht ein Gefühl von Abhängigkeit?
- Gibt es unausgesprochene Erwartungen an Mitspracherecht?
Transparenz verhindert spätere Geldkonflikte.
Macht durch Geld
Geld verschafft Handlungsspielraum. Wer mehr einbringt, könnte unbewusst mehr Einfluss beanspruchen – selbst wenn er es nicht beabsichtigt.
Reflektieren Sie offen:
- Wie treffen wir Renovierungsentscheidungen?
- Wer bestimmt bei größeren Ausgaben?
- Gibt es ein „Ich habe schließlich …“ im Hintergrund?
Solche Fragen sind unbequem. Aber sie schützen die Beziehung.
Gesprächsimpuls zur Klärung
Setzen Sie sich zusammen und klären Sie:
- Was bedeutet mein Eigenkapital emotional für mich?
- Welche Befürchtung habe ich in Bezug auf Ungleichgewicht?
- Wie können wir Fairness definieren, unabhängig von Zahlen?
