Teamentwicklung in gewachsenen Organisationen – warum Kontext entscheidend ist

Ein Großteil meiner Mandate findet in Organisationen mit gewachsenen Strukturen statt. Verwaltung, Hochschulen, wissenschaftsnahe Einrichtungen, Verbände, Organisationen mit langer Geschichte. In diesen Kontexten ist Veränderung nie neutral. Jede neue Idee trifft auf Erfahrungen, Routinen und unausgesprochene Vereinbarungen.

Teamentwicklung mit Plan - Auftraggeber

Wenn ich in solchen Organisationen gefragt werde, was mein Ansatz ist, antworte ich oft: zuerst verstehen, dann gestalten. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Der Druck, handlungsfähig zu sein, ist hoch. Neue Arbeitsweisen, agile Methoden, moderne Führungsmodelle versprechen schnelle Lösungen. Gleichzeitig übersehen sie häufig den Kontext, in dem sie eingeführt werden sollen.

In meiner Arbeit sehe ich immer wieder, wie stark Zusammenarbeit von organisationalen Rahmenbedingungen geprägt ist. Zuständigkeiten sind formal geregelt, Entscheidungen laufen über mehrere Ebenen, informelle Netzwerke spielen eine zentrale Rolle. Wer hier mit einem standardisierten Teamentwicklungsformat arbeitet, riskiert, an der Oberfläche zu bleiben.

Teamentwicklung mit Plan bedeutet für mich, diese Komplexität ernst zu nehmen. Nicht alles, was langsam wirkt, ist ineffizient. Nicht jede Reibung ist ein Problem. In gewachsenen Strukturen haben viele Abläufe einen guten Grund. Die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, welche davon noch tragen – und welche Entwicklung blockieren.

Teamentwicklung mit Plan Vertrauen

Meine Referenzen zeigen, dass ich häufig über längere Zeiträume begleitet habe. Das liegt nicht an einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber punktuellen Formaten, sondern an der Erfahrung, dass Kontext Zeit braucht. Teams müssen sich erst erlauben, ihre eigene Geschichte zu betrachten, bevor sie neue Wege einschlagen können.

In Verwaltungen etwa geht es oft darum, Verantwortung klarer zu verteilen, ohne bestehende Hierarchien zu ignorieren. In Hochschulen spielen Rollenunklarheiten zwischen wissenschaftlichem und administrativem Bereich eine große Rolle. In Verbänden treffen Ehrenamt und Hauptamt aufeinander. Jede dieser Konstellationen erfordert eine andere Art der Auseinandersetzung.

Teamentwicklung wird dann wirksam, wenn sie diese Unterschiede sichtbar macht, statt sie zu glätten. Das ist kein schneller Prozess. Aber ein nachhaltiger.

Was Zahlen über Teamentwicklung erzählen – und warum Zusammenarbeit mehr braucht als Kennzahlen

Teamentwicklung mit Plan in Zahlen

Fünf Jahre Teamentwicklung, über 45 Mandate, mehr als 900 Teilnehmende. Das sind meine Referenzen. Und doch erzählen Zahlen nur einen kleinen Teil dessen, was Teamentwicklung tatsächlich ausmacht.

In meiner Arbeit begegnen mir Teams aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden. Unterschiedliche Kontexte, unterschiedliche Aufträge, unterschiedliche Rahmenbedingungen. Und trotzdem ähneln sich viele Situationen erstaunlich. Menschen sitzen in Besprechungen, sprechen über Ziele, Projekte und Zuständigkeiten – und merken gleichzeitig, dass etwas nicht zusammenpasst. Entscheidungen werden vertagt, Verantwortlichkeiten verschwimmen, Missverständnisse häufen sich. Oft ist das kein akutes Problem, sondern ein schleichender Zustand.

Die Zahlen meiner Referenzen sagen nichts darüber, wie oft ich Sätze höre wie: „Eigentlich sind wir fachlich gut aufgestellt“ oder „So richtig schlimm ist es ja nicht“. Vielleicht sollte ich das mal zählen! Sie sagen auch nichts darüber, wie viel Unsicherheit sich hinter routinierten Abläufen verbergen kann. Teamentwicklung beginnt für mich genau an dieser Stelle: dort, wo Teams anfangen wahrzunehmen, dass funktionierende Abläufe nicht automatisch gute Zusammenarbeit bedeuten.

In über 45 Mandaten habe ich leider sehr oft erlebt, dass der Wunsch nach einer Methode oft größer ist als die Bereitschaft, sich mit den eigenen Mustern auseinanderzusetzen. Workshops werden gebucht, Formate geplant, Agenden geschrieben. Und trotzdem bleibt nach dem Termin das Gefühl, dass zwar viel gesagt, aber wenig bewegt wurde. Nicht, weil die Inhalte falsch waren, sondern weil zentrale Fragen offen geblieben sind: Wer erwartet hier eigentlich was von wem? Welche Konflikte werden vermieden? Und worüber sprechen wir nicht?

Teamentwicklung mit Plan heißt für mich nicht, diese Fragen schnell zu beantworten. Es heißt, sie gemeinsam auszuhalten. Gerade in Organisationen mit gewachsenen Strukturen ist das anspruchsvoll. Hier haben Prozesse eine Geschichte, Rollen sind über Jahre entstanden, informelle Regeln wirken stärker als jedes Leitbild. Zahlen helfen in solchen Kontexten wenig. Was hilft, ist ein gemeinsamer Blick auf das, was tatsächlich passiert.

Entwicklung entsteht selten durch große Interventionen. Sie entsteht in kleinen Verschiebungen. Wenn jemand beginnt, eine Beobachtung auszusprechen. Wenn ein Team innehält, statt direkt zur nächsten Lösung zu springen. Wenn Führungskräfte sich erlauben, nicht sofort eine Antwort zu haben.

Zahlen können Vertrauen schaffen. Aber Vertrauen entsteht erst dann, wenn Menschen merken, dass Teamentwicklung kein Bewertungssystem ist, sondern ein gemeinsamer Lernprozess. Das ist schwer messbar. Und vielleicht gerade deshalb so wirksam.

Warum gute Teamcoaching-Räume wichtiger sind, als Sie denken – und warum ich manchmal Möbelrückerin bin

🪑 Mein Job-im-Job: Möbelrückerin🪑

Es passiert mir erstaunlich oft:
Ich komme morgens zu einem Training oder Teamcoaching und stehe in einem Raum, der aussieht, als hätte dort gerade eine Vorstandssitzung von 1987 stattgefunden.

Ein langer, grauer Tisch. Acht Stühle in Reih und Glied.
Kein Platz für Bewegung, kein Platz für Begegnung.

Räume sprechen.
Sie flüstern: „Setz dich lieber hinten hin.“
Oder sie rufen: „Hier ist kein Platz für Veränderung. Bleib sitzen!“

Also starte ich viele Workshops mit einer kleinen körperlichen Übung für alle, die pünktlich sind:
„Könnt ihr mir kurz helfen, die Tische und Stühle umzustellen?“

Das ist gleichzeitig mein Lieblings-Icebreaker.
Wir kommen ins Gespräch und ich bekomme ein erstes Gefühl für die Stimmung im Team.

Der Stuhlkreis ist ein Klischee. Ich weiß.
Aber er wirkt.
Wenn alle sitzen wie immer, kann sich auch nichts verändern.
Und hinter Tischen kann man sich wunderbar verstecken. Oder den Laptop aufklappen…

Warum die Auftragsklärung der wichtigste Teil jeder Teamentwicklung ist

Bevor der erste Stuhl im Stuhlkreis steht, habe ich schon viele Fragen gestellt.

Die Auftragsklärung ist für mich der wichtigste Teil einer Teamentwicklung. Ich nehme mir dafür in der Regel eine Stunde Zeit, manchmal sogar mehr. Wenn es das Budget zulässt, spreche ich zusätzlich mit Teammitgliedern.

𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝘂𝗳𝘄𝗮𝗻𝗱?
Zuallererst möchte ich, dass Sie mir als Auftraggeber*in vertrauen. Sie haben möglicherweise schon einen Ablauf und Fragen im Kopf, die Sie mit Ihrem Team bearbeiten möchten, vielleicht sogar Lösungsideen.
Und dann komme ich mit einem anderen Ansatz um die Ecke und behaupte, dass wir damit Ihr Ziel genauso gut oder besser erreichen. Dafür braucht es Vertrauen, dass Sie da mitgehen.

Und dann möchte ich natürlich verstehen, worum es wirklich geht. In dieser einen Stunde versuche ich, ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Die Auftragsklärung ist auch ein Selbstklärungsprozess für Sie als Führungskraft.

Ich habe schon erlebt, dass Führungskräfte mit einer klaren Vorstellung des Problems, der Lösung und meiner Rolle im Prozess ins Gespräch gekommen sind und nach meinen Fragen mit einem ganz anderen Thema wieder herauskamen.
Andere fühlten sich bestätigt. Beides ist normal.

Mein Ziel ist, dass der Prozess oder der Teamtag Themen adressiert, die für das Team wirklich relevant sind.

Zum Schluss verrate ich Ihnen zwei Fragen, die ich immer stelle:
1️⃣ Was ist anders, wenn der Teamtag oder dieser Prozess erfolgreich war?
2️⃣ Was erwartet sich Ihr Team von diesem Prozess?

Jahresstart im Team: Zwei Fragen, die mehr bringen als gute Vorsätze

Und wie lauten Ihre Vorsätze fürs Jahr 2026?

Ich mag Vorsätze nicht.
Wenn ich wirklich was ändern will, dann brauche ich dafür kein Startdatum. Habe ich zumindest irgendwo gelesen.

Meine ehrliche Antwort: Ich mag Vorsätze nicht, weil ich mich am Ende des Jahres nicht an irgendwelchen Dingen messen lassen will, die ich vor 12 Monaten mal wichtig fand. Ja, ich tue mich schwer, mich festzulegen.

Aber ich habe ein Ritual, dass ich jetzt schon mehrere Jahre pflege und das sehr gut funktioniert.

Ich stelle mir zum Ende des Jahres zwei Fragen:
  • Was möchte ich aus dem letzten Jahr mitnehmen?
  • Was möchte ich mehr machen?

Meine Einladung: Starten Sie das neue Jahr mit Ihrem Team doch mal mit diesen Fragen.
Ihr Team kann diese Fragen ganz persönlich beantworten oder Sie legen den Fokus auf die (Zusammen)-Arbeit.
So verbinden Sie das alte mit dem neuen Jahr und fokussieren darauf, was gut lief!

Haben Sie schon Ihre Team-Weihnachtsfeier geplant?

Was wird es? Ein gemütliches Zusammensein mit selbstgemachten Keksen und Spielen im Besprechungsraum oder eine große Party?

Vielleicht haben Sie ja noch Lust, die Weihnachtsfeier mit einem kleinen Jahresrückblick zu verbinden.
Für diesen Fall habe ich Ihnen heute eine weihnachtliche Retrospektive mitgebracht:

🎄 Die Rentier-Rennen-Retrospektive

Diese Retrospektive nutzt die Metapher eines Rentier-Rennens, um die über das Jahr erreichten Ziele zu feiern und die überwundenen Hindernisse Revue passieren zu lassen.

🦌Vorbereitung

  • Zeichnen Sie auf einem großen Flipchart oder Whiteboard eine Rennstrecke mit Start, Ziel und einigen „Hindernissen“ (z. B. Eisflächen, Schneestürme, Berge).
    Alternativ: Kleben Sie mit Krepp- oder buntem Klebeband eine Rennstrecke auf den Boden – als lange Linie durch den Raum.
  • Legen Sie Post-its in zwei Farben bereit:
    🟩 Grün für Erfolge
    🟥 Rot für Hindernisse

Die Rennstrecke symbolisiert das vergangene Jahr.


🦌 Ablauf

Einstieg (5 Minuten)

Erklären Sie die Metapher:
„Wir sind Rentiere auf einer Rennstrecke. Wo sind wir dieses Jahr langgerannt? Was hat uns angetrieben, was hat uns gebremst?“


Unser Rennen bisher (15–20 Minuten)

Einzelarbeit (10 Minuten):

  • 🟩 Grüne Post-its – „Geschafft!“
    Welche Ziele haben wir erreicht? Wo sind wir besonders gut vorangekommen?
    Regen Sie Ihr Team an, auch vermeintlich kleine Erfolge mit aufzunehmen.
  • 🟥 Rote Post-its – „Eisflächen & Schneestürme“
    Welche Hindernisse haben wir überwunden? Was hat uns ausgebremst?

Anschließend:
Lassen Sie alle ihre Beiträge kurz erläutern und entlang der Rennstrecke platzieren.

Geben Sie Ihrem Team Raum, die Erfolge gemeinsam zu besprechen. Fragen Sie nach: Was war an diesem Erfolg so besonders für dich?


🎁 Abschluss oder Ausblick?

Normalerweise würde an dieser Stelle der Retrospektive der Blick nach vorn folgen: Verabredungen treffen, Verantwortlichkeiten benennen, Maßnahmen ableiten.

Aber: Es ist bald Weihnachten.
Und manchmal ist es auch einfach wichtig, sich selbst auf die Schulter zu klopfen.

Beenden Sie die Retrospektive doch dieses Mal mit einem Dank für die Erfolge und die überwundenen Hindernisse – und machen Sie sich dann auf den Weg zur Weihnachtsfeier.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit diesem Format und freue mich, wenn sie ein bisschen positive Besinnlichkeit in den Rest des Jahres bringt.

Wie Team-Geschichten unsere Zusammenarbeit formen – und wie wir sie verändern können

Wir alle erzählen uns Geschichten
Über uns selbst, über unsere Arbeit, über andere – und auch über unser Team.

Diese Geschichten sind oft unbewusst, aber sie beeinflussen, wie wir miteinander umgehen, was wir über unsere Stärken und Schwächen glauben und wie wir Entscheidungen treffen.

Ein Team, das sich selbst als „chaotisch, aber kreativ“ beschreibt, geht Herausforderungen anders an als eines, das sich als „immer überlastet und unterbesetzt“ sieht.
Ein „harmonisches Team, das sich auch privat gut versteht“ reagiert auf Konflikte anders als ein Team, das sagt: „Wir sind heterogen und manchmal knallt’s auch.“

Diese inneren Erzählungen prägen unser Selbstverständnis, die Kommunikation und das Miteinander.

Sie können Orientierung geben und Zusammenhalt stiften – oder blockieren, wenn sie über Jahre verfestigt wurden und kaum hinterfragt werden.

Deshalb lohnt es sich, innezuhalten und gemeinsam zu reflektieren:
🔖Was erzählen wir uns eigentlich über uns als Team?
🔖 Und noch wichtiger: Hilft uns diese Geschichte oder steht sie uns im Weg?

In meiner Arbeit mit Teams erlebe ich immer wieder, wie kraftvoll es sein kann, die eigenen Narrative bewusst zu machen und weiterzuentwickeln.

Nicht, um sich etwas schönzureden, sondern um neue Perspektiven zu eröffnen und Entwicklung möglich zu machen.

Wenn Sie Lust haben, hier anzusetzen:
Melden Sie sich bei mir! Ich begleite Teams dabei, ihre Geschichte weiterzuschreiben.

So holen Sie das Maximum aus Ihrem Teamworkshop – Tipps für Führungskräfte

In den letzten zwei Jahren durfte ich viele Teamentwicklungen begleiten – und damit auch viele Führungskräfte. Die meisten sind engagiert, offen und wirklich an der Entwicklung ihres Teams interessiert.

Und trotzdem gibt es immer wieder Workshops, in denen ich denke: Das hätte so viel besser laufen können.
Darum teile ich heute ein paar Gedanken, wie Sie das meiste aus Ihrem Teamworkshop und Ihrer Zusammenarbeit mit mir herausholen:

1️⃣ Seien Sie offen im Erstgespräch.
Ich nehme mir im Erstgespräch Zeit. Ich stelle viele Fragen. Und das nicht, um Sie bloßzustellen, sondern um einen Workshop zu entwickeln, der wirklich passt.
Nichts ist schlimmer, als wenn ich einen Ablauf entwickle, der komplett an den Bedarfen des Teams vorbeigeht. Sie vergeuden Ihre Zeit und die Ihres Teams – im schlimmsten Fall verliert ihr Team die Lust an der Teamentwicklung.
Schwierig wird es auch, wenn im Laufe des Tages ein Konflikt „aufploppt“ und ich im Flur höre: „Ja, das ist jetzt nichts Neues.“

2️⃣ Kommen Sie pünktlich – gerne 15 Minuten vor dem Start.
Sie sind Gastgeber*in des Tages. Zu Hause kommen Sie vermutlich auch nicht nach Ihren Gästen an.
Ein früher Start gibt uns Zeit für letzte Abstimmungen: Gibt es neue Entwicklungen, die ich wissen sollte? Stimmungen im Team, die gerade relevant sind?
Diese 15 Minuten sind Gold wert.

3️⃣Übernehmen Sie die organisatorische Verantwortung.
Der Workshop ist Ihr Tag mit Ihrem Team. Ich gestalte den inhaltlichen Rahmen. Raum, Ausstattung, Verpflegung? Das ist Ihre Baustelle.
Ich gebe gerne Tipps. Aber ich war tatsächlich schon in Workshops, in denen mich die Führungskraft zur Mittagspause fragte:
„Wo kann man hier eigentlich mit 25 Leuten essen?“

4️⃣ Geben Sie die Führungsverantwortung nicht an mich ab.
Ich habe kein Interesse an Ihrem Job.
Ich spreche an, was ich beobachte und habe auch keine Angst, mich unbeliebt zu machen. Aber es ist nicht meine Rolle, heikle Themen stellvertretend für Sie anzusprechen. Es kommt vor, dass ich Sätze höre wie:
„Es wäre gut, wenn Sie im Laufe des Tages herausarbeiten könnten, dass das Verhalten von Mitarbeiterin X nicht in Ordnung ist.“
Ganz ehrlich: Bitte sagen Sie das selbst.
Zeigen Sie, wofür Sie stehen. Und wo Ihre Grenzen liegen.

Wollen Sie trotzdem mit mir arbeiten? 🙂
Dann melden Sie sich bei mir!

Vom Workshop in den Alltag: Warum echte Teamentwicklung nach dem Flipchart beginnt

Für das Ende meiner Teamworkshops ist es mir wichtig, den Transfer in den Alltag sicherzustellen. Deshalb stelle ich am Ende des Tages die Frage: Wie macht ihr jetzt ganz konkret weiter, was ist der nächste konkrete Schritt und wer übernimmt die Verantwortung dafür?

Workshops verändern nichts – wenn der Transfer fehlt. Warum konkrete Schritte, klare Zuständigkeit und Ehrlichkeit den Unterschied machen.

Denn Veränderung entsteht nicht im Workshopraum, sondern im Arbeitsalltag danach.
Und ein guter Workshop zeigt sich nicht daran, wie viele Ideen entstehen, sondern daran, wie viele davon umgesetzt werden.

Gerade der Abschluss ist deshalb oft der ehrlichste Moment des Tages.
Denn er macht sichtbar, wie es wirklich um die Veränderungsbereitschaft im Team steht.

Die Frage „Wer übernimmt bis wann?“ kann sich dabei schnell zu einer zähen Runde entwickeln.

Warum?
▶️Das Team steht nicht hinter den Ideen – zumindest nicht geschlossen.
▶️Die nächsten Schritte sind zu unklar oder nicht realistisch.
▶️Die üblichen Aktiven haben in der Vergangenheit immer am Workshop-Ende ihre Hand gehoben und halten sich zurück.
▶️Kritik und Ideenentwicklung laufen gut – Verantwortung übernehmen fällt schwer.
▶️Veränderung wird (bewusst oder unbewusst) als reine Führungsaufgabe gesehen.

↪️ Teamentwicklung beginnt vielleicht im Workshop, aber sie entscheidet sich im Alltag.
Und ein Team entwickelt sich nicht durch Flipcharts (aber manchmal am Flipchart 🙃) , sondern durch das, was danach passiert.

Zwei Wahrheiten und eine Lüge – Kennenlernen mal anders

🎲 Heute habe ich Ihnen eine Methode mitgebracht, von der Sie möglicherweise schon gehört haben.

👉 2 Wahrheiten und 1 Lüge

Die Methode ist sehr einfach erklärt:
Jede Person denkt sich zwei Wahrheiten und eine Lüge über sich selbst aus. Die anderen müssen erraten, was die Lüge ist.

Ich habe die Methode ursprünglich für Gruppen kennengelernt, die sich ganz neu finden.
Ich möchte Sie aber ermuntern, sie auch in Gruppen zu nutzen, die sich schon gut kennen.

Der Vorteil: Das Team muss etwas intensiver nachdenken, um Dinge zu präsentieren, die die anderen nicht ohnehin schon wissen.
„Ich komme bei jedem Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit.“ ist vermutlich in den letzten Jahren schon aufgefallen.

Ich habe das Spiel inzwischen mit mehreren Gruppen gespielt, die sich schon lange kannten – und deshalb am Anfang nicht so viel Lust auf das Spiel hatten.

Und trotzdem fiel am Ende immer wieder :
„Das wusste ich ja gar nicht!“ oder „Davon hast du noch nie erzählt!“

✨ Probieren Sie es aus!